Kurze Beine, kurze Wege - Für kurze Schulwege!

Veröffentlicht am 08.11.2016 in Schule und Bildung
 

Radegast/Zörbig: Schüler, Eltern und Lehrer kämpfen für eine drastische Verkürzung der Schulwege und beißen bei den Verantwortlichen auf Granit

Wir wurden durch betroffene Eltern und unser Mitglied Matthias Wimmer auf folgendes Problem aufmerksam gemacht und werden uns im Rahmen unserer Möglichkeiten für eine positive Lösung stark machen.

Schon seit langem klagen Schüler und Eltern des Einzugsbereiches der Grundschule Radegast über sehr lange Fahrzeiten zur Gesamtschule in Gröbzig. Diese betragen bis zu einer Stunde je Fahrt. Die Kinder sind damit jeden Tag zwei Stunden im Bus. Zeit die bei der Erledigung der Hausaufgaben, beim Spielen, beim Nutzen von Angeboten in Vereinen, vor allen aber bei der Erholung und Regeneration fehlt.

Die Lösung liegt für Eltern und Lehrer der GS Radegast auf der Hand: Die Sekundarschule Zörbig.

Sie befindet sich fast in Sichtweite, steht aber momentan zur Beschulung nicht zu Verfügung, da das Gebiet um Radegast nicht im Einzugsbereich dieser Einrichtung liegt. Aus Sicht der Betroffenen ist das schwer nachvollziehbar. Einzugsbereiche lassen sich ändern. Und warum sollte die Beschulung in der Nachbargemeinde nicht möglich sein, würden sich dadurch die Fahrzeiten doch drastisch verkürzen? Kapazitätsgründe können jedenfalls nicht der Grund sein. Die Zörbiger werben offen um die zusätzlichen Schüler.

Bisher blieben Anfragen an Politik und Verwaltung ohne Erfolg. Die Elternschaft hat sich zwischenzeitlich mehrfach an die Politik gewandt und auf diesen Missstand hingewiesen.

In einer gut besuchten öffentlichen Versammlung, welche bereits im März in der Radegaster Grundschule stattfand, wurde das Thema mit Vertretern der aus dem Kreistag (vertreten durch den Ausschussvorsitzenden Bildung Ronald König) und der Schulverwaltung (Vertreten durch Frau Enke) diskutiert. Die Eltern schilderten ihre Situation und votierten in einer Abstimmung einstimmig für die Möglichkeit, ihre Kinder nach der 4. Klasse auch in Zörbig beschulen zu lassen.

Die MZ berichtete: http://www.mz-web.de/koethen/eine-stunde-bis-zum-klassenraum-eltern-wehren-sich-gegen-langen-schulweg-nach-groebzig-23743538

Um Ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, wurde von Seiten der Elternschaft eine Unterschriftensammlung organisiert. In kürzester Zeit wurden knapp 500 Unterschriften zusammengetragen und dem Schul- und Sozialausschuss des Kreistages übergeben. 

Wieder verging eine lange Zeit und es passierte: Nichts! Nachfragen wurden ausweichend oder gar nicht beantwortet.

Der Elternrat wandte sich daraufhin noch einmal an die Presse mit der Bitte, den aktuellen Sachstand zu recherchieren. Die Nachfrage ergab: Alles bleibt wie es ist. Es wurde lediglich darauf verwiesen, was bei einer Änderung der Einzugsbereiche alles zu beachten wäre. Ob dieses Thema angegangen wird oder nicht, blieb weiterhin offen.

Der Bericht in der MZ: http://www.mz-web.de/landkreis-anhalt-bitterfeld/aerger-in-radegast-schueler-muessen-weiter-stundenlang-bus-fahren-24949416-seite2

Alle die sich hier leidenschaftlich engagiert haben um die Situation für die Schulkinder im Radegaster Bereich nachhaltig zu verbessern, bleiben hier fassungslos zurück. Monate verstrichen ohne dass etwas zählbares passierte und so wie es aussieht, soll sich hier auch in Zukunft nichts tun. Es entsteht zwangsläufig der Eindruck, dass das Thema einfach ausgesessen werden soll. Was genau die Gründe für die Verweigerungshaltung des politischen Gremiums sind, war bislang nicht zu erfahren. Ohne die Nachfrage durch die MZ hätten die Eltern wahrscheinlich überhaupt nichts erfahren.

Sicherlich kann man als  Bürger nicht davon ausgehen, dass jedes Problem im eigenen Sinne entschieden wird. Wenn sich aber hunderte Einwohner um die Lösung eines Problems bemühen, dann müssen Politik und Verwaltung zumindest eine schlüssige Begründung liefern, warum bestimmte Dinge nicht möglich sind. Das hier Aufwand entsteht, darf als Grund nicht ausreichen.

Inhalt des Bürgerbegehrens:

Die Unterzeichner sprechen sich für eine Öffnung der Einzugsgebiete der weiterführenden Schulen für die Viertklässler der Grundschule Radegast und somit für eine freie Wahl der Sekundarschule z. B. die Sekundarschule Zörbig oder die Sekundarschule Gröbzig aus, da so lange Fahrzeiten vermieden werden können und ein weiteres Bildungsangebot zur Verfügung steht.

 

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